Artikel vom: 12.08.2010
Ausflug ins Grüne
Die „Wohnhöfe in der Südvorstadt“ waren das Thema des jüngsten sogenannten Dresdner Gartenspazierganges, zu dem der Bund deutscher Landschaftsarchitekten am Mittwoch einlud. Die Landschaftsführung hat bereits eine große Zahl an Anhängern gefunden. Landschaftsarchitekt Tom Kirsten war an der Errichtung und Gestaltung der Stadt-Oasen in der Südvorstadt Ende der 90er Jahre beteiligt, er berichtete den Spaziergängern über die Grundgedanken der Anlagen.
Die betreffenden Häuser stammen aus den 50er Jahren. Damals wurde kaum Wert auf einen nicht nur praktisch sondern auch ästhetisch gestalteten Innenhof gelegt. Bei den Freiräumen in der Südvorstadt versuchten die Architekten, beide Aspekte miteinander zu verbinden.
Die Spielplätze sind von Grün umschlossen, damit die Kleinen einen Raum für sich haben. Dass Wäscheplätze kein Ärgernis für das Auge sein müssen, zeigen die efeuberankten Vorrichtungen aus Metall und Rubinienholz. Besonderer Wert wurde auf die Aufenthaltsqualität der Höfe gelegt. So entstanden ganz privat anmutende Bereiche, in denen sich der Spaziergänger fast wie ein Eindringling fühlt. Auch ganz praktische Aspekte mussten berücksichtigt werden. So galt es, Stellplätze für die Autos der Anwohner bereitzustellen oder durch die Nutzung von Durchgängen einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen. Um den Quartieren eine individuelle Note zu verleihen, hat jedes ein eigenes Pflanzthema. So sieht man vor einem Haus die als Blauglockenbäume bekannten Paulownien, vor einem anderen einen Zierapfelbaum. Damit die Hausbewohner auch im Winter eine schöne Aussicht haben, wurden zudem viele immergrüne Pflanzen verwendet.
Die Umgestaltung der Höfe dauerte etwa vier Jahre. Bis man sah, ob die Pflanzen auch gedeihen, vergingen nochmals 12 Monate. Doch mit der Anpflanzung ist es nicht getan. Die Dresdner Gartenspaziergänge werden bereits seit zehn Jahren durchgeführt. Am 1. und 15. September kann man nocheinmal durch die grünen Inseln Dresdens streifen.
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Quelle: DRESDENEINS









