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Mahnmalschändung in Dresden

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Artikel vom: 26.07.2010

Mahnmalschändung in Dresden


Unbekannte haben drei Mahnmale für die ermordete Marwa Elsherbiny zerstört. Die Messer aus Beton sollen ein Jahr nach ihrer Ermordung an die junge Mutter gedenken. Am Donnerstag vergangene Woche wurde bemerkt, dass drei der bereits 7 aufgestellten Stelen umgeworfen wurden. Nicht nur für den Künstler Johannes Köhler, der die Plastiken entworfen hat, ein Armutszeugnis für unsere Stadt.

Marwa Elsherbiny wurde am 1. Juli 2009 im Landgericht während einer Gerichtsverhandlung erstochen. Das Motiv: Fremdenfeindlichkeit.

Ein Jahr nach dem Verbrechen erinnerte ganz Dresden im Rahmen mehrerer Gedenkveranstaltungen an die junge Mutter. Der Verein „Bürger.Courage“ ließ im Rahmen der Aktion „18 Stiche“ 18 Messer aus Beton erschaffen, die in der gesamten Innenstadt aufgestellt werden sollen. Sie erinnern einerseits an Marwa Elsherbiny, die mit 18 Messerstichen getötet wurde. Zum Anderen symbolisieren sie das grundlegende Problem des Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft. Jetzt liegt ein Teil der Mahnmale brach.

Bereits zur Gedenkveranstaltung am 1. Juli 2010 wurden Stimmen laut, dass eine einmalige Erinnerung allein nicht den Rassismus in den Köpfen der Menschen verdrängt. Es muss regelmäßig aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit vorgegangen werden.
Der gezielte Vandalismus an den Mahnmalen verdeutlicht erneut, welche Rolle Rassismus nach wie vor in Dresden spielt.
Quelle: DRESDENEINS