Artikel vom: 29.06.2010
Stasi-Zentrale vor dem Verkauf
In den Gebäuden der ehemaligen Stasi-Zentrale an der Bautzner Straße sollen die Büroräume des letzten Dresdner Staatssicherheitschefs verkauft werden. Ein Verein wehrt sich gegen den Verlust dieses wichtigen Stücks Geschichte. Der „Erkenntnis durch Erinnerung e.V.“ um den Vorsitzenden und Dresdner Ex-OB Herbert Wagner will die originalgetreue Ausstattung der Räume retten.
O-Ton Herbert Wagner / Vereinsvorsitzender
„Wir denken, dass es für die Aufarbeitung unserer Regionalgeschichte wichtig ist, nicht nur das Hafthaus, sozusagen die Opferseite zu zeigen, sondern auch, z.B. mit dem Dienstzimmer des Generals, die Täterseite. Was jemanden dazu bewegt, Täter zu werden, welche Entscheidungen wurden hier getroffen und wie endete das Ganze?“
Hier residierte Horst Böhm, der letzte Stasi-General des Bezirks Dresden. Die Räumlichkeiten wurden zuletzt bis 2006 vom Berufsschulzentrum für Gesundheit und Soziales genutzt. Nun steht der Trakt leer und soll verkauft werden. Ziel ist es, die Gebäude zu ihrer ursprünglichen Bestimmung zurückzuführen. Vor dem zweiten Weltkrieg war das hier ein Wohngebiet. Der Verein ist zuversichtlich, dass zumindest die Einrichtung der Räume gerettet werden kann.
O-Ton Wagner
„Der Dresdner Stadtrat hat beschlossen, dass dies weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Gemeint ist der Festsaal und auch dieses Dienstzimmer vom ehemaligen Generalmajor Böhm, sowie ein weiterer Beratungsraum.“
Für die Sicherung des originalgetreu erhaltenen Mobiliars hat der Verein schon eine Idee.
O-Ton Wagner
„Das Mobiliar könnte verlegt werden in das Haus 2, das unmittelbar an das Hafthaus angrenzt. Dort könnte man dieses Mobiliar in etwa gleich großen Räumen wieder aufbauen und es sieht dann genau so aus, wie wir den Gesamteindruck in den originalen Räumen haben, natürlich noch mit Ausstellungsgegenständen ergänzt.“
Das Haus 2 will der Verein vor dem Verkauf retten und in die bestehende Gedenkstätte integrieren. In dem darin befindlichen früheren Festsaal des Ministeriums für Staatssicherheit könnten dann auch öffentliche Veranstaltungen stattfinden. Ob die Pläne des Vereins aufgehen, wird sich zeigen. Offen ist unterdessen noch, wer das Areal überhaupt kauft.
Quelle: DRESDENEINS









