Körnigreich
Die Stadt Dresden kann seit Anfang 2010 einen alten neuen Meister und dessen Körnigreich ihr Eigen nennen. 20 Jahre nach seinem Tod wird der Maler Hans Körnig im Rahmen seines eigenen Kunstmuseums geehrt. Als Künstler wurde er vor allem durch seine beiden legendären Dachbodenausstellungen Mitte der 50er Jahre bekannt; unter dem missbilligenden Blick der Obrigkeit.
"Körnig hat sich diesem damals geforderten sozialistischen Realismus einfach widersetz. Er hat entgegen des damals propargierten sozialistischen Arbeiteridols einfach in seinen Bildern seine Familie gefeiert und auch die Stadt; die Stadt wie sie früher noch in ihrer Schöhnheit lebte, und aber auch mit all ihren Narben und Wunden und auch das Kleinbürgertum, speziell auf der neustädter Seite.Und er war einfach sehr farbenfroh, was in der tonischen Malerei Dresdens auch sehr herausstach und auch bis heute sind die Bilder immer noch sehr farbenfroh geblieben. Und das ist speziell ihn auszeichnend."
Anke Rödel, Museumsleiterin
Hans Körnig und seine Familie wurden vom Mauerbau überrascht und verblieben kurzentschlossen in der Bundesrepublik. Die in Dresden zurückgelassenen Werke des Künstlers wurden beschlagnahmt. Erst nach dem Fall der Mauer, 1992, konnte Körnigs Nachlass an seine Familie zurückgegeben werden.
Ein bayrischer Sammler und Verehrer Körnigs erstand 2004 nahezu alle Werke des Künstlers. Körnigs Erben verpflichteten den Käufer dabei, die graphischen Arbeiten, Ölbilder und Zeichnungen des Malers auszustellen und wissenschaftlich bearbeiten zu lassen.
"Und das gerade hier im Wallgäßchen 2 die Räume gefunden werden konnten ist gerade im Fall Hans Körnig ein riesengroßer Glücksumstand, weil es ist genau das Haus, unter dessen Dach er eben 26 Jahre lang sein Atellier hatte und seine Bilder somit zurückkommen an den Ursprungsort ihrer Entstehung, was speziell bei ihm, der hier in dieser Umgebung viele seiner Motive her hatte. Es passt einfach. Und es sind nicht besonder große Räume, aber ein Startschuss ist gegeben und es ist ein Anfang."
Die aktuelle Ausstellung eröffnete unter dem Titel "Fastnachtsspuk im Wallgäßchen". Dabei wurde das gleichnamige Mappenwerk Körnigs von 1988 zum Vorbild. Hans Körnig, zu dessen Freunden und Unterstützern auch Otto Dix und Fritz Löffler zählten, verstarb am 14. Oktober 1989. Seine Urne wurde auf dem Inneren Neustädter Friedhof in Dresden beigesetzt.
Öffnungszeiten:
Montag und Freitag 13 - 19 Uhr
Sonnabend und Sonntag 11 - 18 Uhr
Eintrittspreise:
normal 3,00 €, ermäßigt 2,00 €
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei









