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Vor rund 500 Jahren - im Sommer 1512 - hat Raffael die Sixtinische Madonna geschaffen; kurz zuvor, womöglich gleichzeitig, ist ein weiteres Meisterwerk von ihm entstanden: die „Madonna di Foligno“. Diese Madonna gilt als Schwesterbild der Sixtinischen Madonna. Das die Madonna di Foligno jetzt in Dresden in der Galerie Alter Meister in einem Raum mit der Sixtinischen Madonna zu sehen ist, grenzt – so die Staatlichen Kunstsammlungen – an ein Wunder, für dessen Realisierung sich Papst Benedict höchstpersönlich eingesetzt hat. 200 Jahre lang ist die Madonna die Foligno aus dem Vatikan-Museum in Rom nicht gereist.
O-Ton: Prof. Bernhard Maaz, Direktor Galerie Alter Meister
Dieses Gipfetreffen unter dem Ausstellungstitel „Himmlischer Glanz“ ermöglicht nun den direkten Vergleich der Bilder. Und ihre Ausdruckskraft beeindruckt auch Nicht-Katholiken. Dem Betrachter erschließt sich dabei recht deutlich, dass für Raffael die „Madonna di Foligno“ ein erster Schritt war.
O-Ton: Dr. Andreas Henning, Kurator
Augenscheinlich ist auch ein zweites Merkmal, zwischen den heute etwas ungleichen Schwestern.
O-Ton: Dr. Andreas Henning, Kurator
Aber gleichwohl kann man sich nun eine Vorstellung davon machen, wie farbig auch die Sixtinische Madonna einst gemalt war.
Bei der Ausstellungseröffnung wurde berichtet, dass der sächsische Hof 1750 unter Augsut III versucht hat, die Madonna di Foligno zu erwerben. Graf von Brühl war an dem Ankauf sehr interessiert, dennoch ist er geschietert. Wenig später konnte dann das Schwesterbild erworben werden.
Um die beiden Marienbilder versammelt die Ausstellung weitere hochkarätige Beispiele der Madonnen-Darstellung aus der Zeit Raffaels. Neben Arbeiten von Dürer und Lucas Cranach wird mit der „Stuppacher Madonna“ eines der Hauptwerke von Mathias Grünewald präsentiert.
„Der Himmlische Glanz“ ist bis zum 8. Januar 2012 zu sehen. Gutmöglich, dass die Ausstellung, deren zustandekommen an sich wahrlich ein Wunder zu sein scheint, weitere kleine Wunder auslöst. O-Ton: Prof. Bernhard Maaz, Direktor Galerie Alte Meister









