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Das steinerne Brautbett

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Artikel vom: 30.09.2011

Das steinerne Brautbett

 

Im Schauspielhaus steht seit dem 1. Oktober das Stück „Das steinerne Brautbett“ nach dem Roman von Harry Mulisch auf dem Spielplan. Der zur Weltliteratur gehörende Roman spielt in Dresden – die Bühnenfassung ist eine Uraufführung.

Norman Corinth, Amerikaner und ehemaliger Bomberpilot, reist 1956 zu einem Kongress an die Elbe. Corinth, gespielt von Wolfgang Michalek begegnet seiner Vergangenheit und der Dolmetscherin Hella, die während der Nazi-Diktatur im KZ war, dargestellt von Karina Plachetka.

Die Rückkehr nach Dresden reißt alte Wunden auf. Corinth war schon einmal hier – am 13. Februar 1945. Er macht sich, zunächst unbefangen, an die Erkundigung der Folgen seiner Vergangenheit in der Bomberstaffel der US-Airforce.

Bühnen-O-Ton Wolfgang Michalek und Karina Plachetka

Auch – Corinth leugnet vorerst seine Beteiligung an der Zerstörung Dresdens. Aber die Erinnerung an die Bombennacht kehr immer eindringlicher zurück.

Bühnen-O-Ton „Pilotenchor“

Diese Chroszenen wirken, als stammen sie nicht aus einem Roman von 1959, sondern aus einer antiken griechischen Tragödie.

O-Ton: Stefan Bachmann, Regisseur

Bühnen-O-Ton „Pilotenchor“

Im Verlauf der Geschichte tritt immer deutlicher hervor, wie sehr jene Nacht über Dresden auch Norman Corinth verändert hat, ihn bestimmen Gedanken über die Bedeutung von Zeit und Geschichte.

Bühnen-O-Ton Wolfgang Michalek

O-Ton: Wolfgang Michalek, Schauspieler, „Norman Corinth“

Diese Verwirrung nimmt nicht ab, ganz im Gegenteil, als Corinth in einer Arbeiterkneipe Überlebenden des 13. Februar begegnet.

Bühnen O-Ton Hannelore Koch

O-Ton: Wolfgang Michalek, Schauspieler, „Norman Corinth“

Harry Mulisch stellt in „Das steinerne Brautbett“ den Sinn des Krieges sowieso und den Sinn des Schicksals in Frage. Der Pilot Norman Corinth hat für das Schicksal Dresdens den Katastrophen-Auslöseknopf gedrückt – die Uraufführung im Schauspielhaus berichtet davon und scheut nicht vor Brüchen in der Erzählweise.

O-Ton: Stefan Bachmann, Regisseur

„Das steinerne Brautbett“ ist auf jeden Fall eine Auseinandersetzung - mit dem Krieg, mit Tätern und Opfern – anspruchs- und eindrucksvolles Spechtheater auf der Grundlage, eines großen Romans.


Nominiert und eingeladen zum nationalen Theatertreffen 2012 nach Berlin.

Termine, Infos und Reservierungen unter:
www.staatsschauspiel-dresden.de

 


Quelle: DRESDENEINS