Artikel vom: 25.01.2012
Ausstellung zu Christa Wolf
Nach dem Tod von Christa Wolf findet unter dem Motto Kein Ort. Nirgends zum ersten Mal eine Ausstellung über das Wirken der Schriftstellerin und zur Rezeptionsgeschichte ihrer Werke statt. Der kulturpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Volker Külow, hat gemeinsam mit Partnern Fotos, Zeitungsartikel, Erstausgaben und weitere Dokumente zusammengetragen. Am Dienstagabend ist die Ausstellung im Landtag mit einem historischen Tondokument eröffnet worden, Christa Wolf auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989:
O-Ton: Christa Wolf auf dem Alexanderplatz
Für die Fraktion DIE LINKE im Sächs. Landtag verbindet sich mit der Ausstellung eine Kritik an der derzeitigen Kulturpolitik und dem kulturpolitischen Focus der Landespolitik.
O-Ton: Volker Külow, kulturpol. Sprecher Fraktion DIE LINKE
Unterstützung hat dieses Anliegen bei Peter Sodann und seiner Bibliothek gefunden. Der Schauspieler beklagt ein Verschwinden der Literatur und der Literaturträger, von der auch die Bücher von Christa Wolf nicht verschont bleiben. Für Sodann ein dramatischer Prozess:
O-Ton: Peter Sodann, Schauspieler, Peter Sodann-Bibliothek
Die Ausstellung über Christa Wolf war zu ihrer Eröffnung überfüllt, sie hat einen Nerv getroffen. Die Schriftstellerin und ihr Werk scheinen in der Erinnerung vieler Besucher und Mitglieder der Fraktion tief verwurzelt. Die Frage, was Christa Wolf zu einer solch außerordentlichen Schriftstellerin gemacht hat, fand dabei wiederholt diese Antwort:
O-Ton: Rico Gebhardt, MdL Fraktion DIE LINKE
O-Ton: Julia Bonk, MdL, Fraktion DIE LINKE
Nach ihrem Tod im Dezember sprechen ihre Bücher weiter, zur Ausstellungseröffnung präsentierten die Schauspielerin Bettina Sörgel und der Leipziger Literaturwissenschaftler Prof. Klaus Schuhmann Texte von Christa Wolf, darunter ein Abschnitt aus „Kein Ort. Nirgends“.
O-Ton: Lesung Bettina Sörgel aus „Kein Ort. Nirgends“
Die zurückliegenden Wochen seit dem Tod von Christa Wolf werfen aus Sicht der Linken Fragen auf, gerade weil die Ausstellung eine Schriftstellerin in Erinnerung ruft, die vor 89 und danach mit kritischem Geist Gesellschaft und Politik beobachtet hat.
O-Ton: André Hahn, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE
Die Ausstellung ist noch bis zum 2. März im Sächsischen Landtag zu sehen. Der Zugang ist kostenlos und öffentlich, nur den Personalausweis muss man an der Pforte des Landtages dabei haben.

Externe Links
Quelle: DRESDENEINS
Kommentare:
Sabine Wolf/Akademie der Künste schrieb am 9.02.2012 15:07
Zufällig wurde mir der Beitrag über diese Ausstellung übermittelt. Widersprechen muß ich der Aussage, daß es sich um die erste Ausstellung zu Leben und Werk der Autorin handele. Davon kann keine Rede sein. Anläßlich ihres 75. Geburtstages fand von März bis Mai 2004 in der Akademie der Künste, auf 500 m², eine große Retrospektive für Christa Wolf statt. Über 600 Originalexponate aus ihrem literarischen Archiv, das in der Akademie betreut wird, wurden gezeigt. Es stimmt auch nicht, daß es nach dem Tode Christa Wolfs keine offizielle Würdigung gegeben habe. Die Akademie der Künste hat in Verbindung mit der Familie Wolf am 14. Dezember 2011 eine große Gedenkveranstaltung für die Schriftstellerin, die auch Mitglied der Akademie war, durchgeführt. Es wirkten 17 Freunde, Kollegen und Künstler mit, über 700 Personen waren im Publikum.









