DRESDENEINS

Bauland

Verschicken Drucken Kommentar Kommentar
Schrift  minusplus
Beitrag vom: 09.09.2015

Bauland

25 Jahre nach der Deutschen Einheit lässt der Theaterkahn tief in die persönliche Welt dreier ostdeutscher Generationen blicken. Nach einer Idee von Friedrich Wilhelm Junge hat Autor und Regisseur Holger Böhme das Stück „Bauland“ zur Uraufführung gebracht. So richtig einig scheinen sich die Protagonisten - Vater, Sohn und Großvater - wohl noch nie gewesen zu sein. Aber nun spitzt sich die Lage zu.

Es geht um die Expansion des strauchelnden Familienbetriebes - einer in die Jahre gekommenen Autowerkstatt, die sich zu DDR-Zeiten mit allerlei "Überlebensmethoden" über Wasser gehalten hat. Heute haben diese Methoden ausgedient. Etwas muss passieren, um dem Konkurrenzkampf stand zu halten.

Sehen Sie den TV Beitrag in bester HD Qualität in unserer VIMEO-Mediathek.

Vater Thomas ist jedes Mittel recht, um den Betrieb vor dem Aus zu retten. Dabei hat er aber nicht mit dem Widerstand seines Sohnes Benjamin gerechnet. Der engagiert sich politisch völlig entgegengesetzt zu Vater und Großvater. Aus dem Zwist entsteht ein handfester Familienstreit, bei dem die Werkstatt im Laufe der Erzählung immer weiter in den Hintergrund rückt. Stattdessen kommen un ausgesprochene persönliche Probleme und Lebenslügen zum Vorschein, die sich nun kaum noch verschweigen lassen.

Ein Vierteljahrhundert Deutsche Einheit lässt uns heiter, beschwingt und nachdenklich zurückblicken. Das Stück bietet diese Facetten und überzeugt dennoch als Komödie.

OT:
Eva-Maria Stange, Sächs. Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Hans-Joachim Maaz, Psychoanalytiker und gesellschaftskritischer Autor (Der Gefühlsstau)

Die Aufführung auf dem Theaterkahn wird sicher für Gesprächsstoff sorgen. Das „Bauland“ wird uns kaum ausgehen. Wie wir aber mit diesem Bauland umgehen, darüber wird sich auch in Zukunft trefflich streiten lassen.
Quelle: DRESDENEINS