Artikel vom: 30.12.2011
Graugans-Großfamilie
Wer an der Elbe spazieren geht, ist selten allein. Am Königsufer betritt man das Winterquartier einer ganz besonderen Dynastie von Graugänsen. Bei den Tieren handelt es sich nicht um weitgereiste Gäste aus dem hohen Norden, sondern um echte Dresdner Urgesteine.
In den 70er Jahren waren Graugänse europaweit sehr selten geworden und in dieser Gegend sogar ausgestorben. Dass sich an der Elbe eine mittlerweile beträchtliche Schar tummelt, verdankt sich der Bereitschaft von Moritzburger Schwänen, sich um ein paar Kuckuckseier zu kümmern.
O-Ton Andreas Knoll, Leiter Fachgruppe Ornithologie DD/ NABU
Im Frühjahr und Sommer sind die Gänse in ihren Brutgebieten an Teichen und Seen im Dresdner Umland. Den Rest des Jahres verbringen sie an der Elbe zwischen Innenstadt und Pirna. Graugänse gehören zu den Zugvögeln. Je nach Lage begeben sie sich im Winter auf mehr oder weniger lange Reisen, um Nahrung zu suchen und sich vor der Kälte zu schützen. Die Dresdner Gänse scheint das nicht zu interessieren – sie halten strikt an ihrer ungewöhnlichen Sesshaftigkeit fest.
O-Ton Andreas Knoll, Leiter Fachgruppe Ornithologie DD/ NABU
In der Stadt sind die Gänse vor Jägern sicher und wenn die Nahrung knapp wird, sind genug Menschen da, die aushelfen. Die Vögel haben hier also optimale Überwinterungs-Bedingungen und keine Veranlassung, sich auf den Weg zu machen. Seit den 70er Jahren ist die Dresdner Gansgroßfamilie unter sich. Durch die fehlende Reisebereitschaft kommen die Tiere auch nicht in Kontakt mit anderen Populationen, die es in Sachsen mittlerweile wieder gibt.
Die Gänse sind strenge Vegetarier und ernähren sich von Land- und Wasserpflanzen. Brotgeschenke von Spaziergängern schlagen ihnen dagegen auf den Magen, besonders Sauerteig sollte man zuhause lassen.

Externe Links
Quelle: DRESDENEINS









