
Artikel vom: 05.07.2011
Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung feiert ihr 20jähriges Bestehen. Am 1. Juli 1991 wurde die Einrichtung ins Leben gerufen. Seither dient sie der Förderung der politischen Bildung in Sachsen. Das Jubiläum wurde mit einer Festveranstaltung im Deutschen Hygiene-Museum begangen. Frank Richter, seit 2009 Direktor der Sächsischen Landeszentrale, hat das Thema der Feier mit einem Fragezeichen versehen: „Politisch erwachsen?“.
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
Doch bevor diese zu Wort kommen konnten, war die Mitarbeit der zahlreich erschienen Gäste gefragt. Direktor Frank Richter bat sie im Rahmen einer kleinen Umfrage um ihre Meinung. Drei Fragen zum Thema „Politik“ galt es zu beantworten.
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
Verglichen wurde das mehr oder weniger exakte Ergebnis mit der Bilanz des ARD DeutschlandTrends Oktober 2010. Demnach glauben 94 Prozent der Deutschen, dass es wichtig ist auf die Straße zu gehen, damit Politik ihre Meinung zur Kenntnis nimmt. Die Gäste der Festveranstaltung standen Politik insgesamt aufgeschlossener gegenüber als der deutsche Durchschnitt. Ein Ergebnis, dass nicht wirklich überraschte. Ein Großteil des Publikums engagiert sich politisch. Und auch ausländische Aktive waren zum Jubiläum geladen.
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
Der Sächsische Staatsminister für Kultus, Prof. Dr. Roland Wöller, hielt das Grußwort zur Veranstaltung. Im Rahmen seiner Rede hob er noch einmal die Bedeutung politischer Bildungsarbeit hervor.
O-Ton: Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister für Kultus und Sport
Höhepunkt der Veranstaltung waren die pointierten Statements dreier Referenten. Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist, der Sächsische Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Lutz Rathenow, sowie Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“.
O-Ton: Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“
O-Ton: Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist
Das Thema „DDR“ - Lutz Rathenow beschäftigt sich tagtäglich damit. Bei aller Freude über die geglückte friedliche Revolution, kritisiert er die heutige Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte. Viel zu oft wird diese Diktatur nur noch oberflächlich betrachtet.
O-Ton: Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Doch selbst Bürger, deren Vita Teil dieser Geschichte ist, deren persönliches Erleben von der Realität in der DDR geprägt ist, scheinen zu verklären und zu vergessen. Vom einstigen politischen Aufbruch ist heute kaum noch etwas zu spüren.
O-Ton: Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist
O-Ton: Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Das Interesse an einer intensiven Auseinandersetzung mit Politik und Politikgeschichte ist geringer denn je. Die Gründe führen in die Hinterzimmer der Macht. Politische Entscheidungen sind oft intransparent und für den Bürger nicht nachvollziehbar. Die Folge: Der Verlust an politischem Vertrauen.
O-Ton: Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Stern“
Politisch erwachsen – nicht zuletzt auch dank der engagierten Mitarbeiter der Sächsische Landeszentrale. 20 Jahre politische Bildungsarbeit in Sachsen - Direktor Frank Richter zieht ein positives Resümee. Die Arbeit für und an der Demokratie wird nach seiner Meinung aber nie beendet sein.
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung
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Quelle: DRESDENEINS








