Rededuell in der Herkuleskeule
Das Dresdner Kabarett Herkuleskeule ist Tatort eines besonderen Rededuells gewesen. Vor einem ausverkauften Haus hatte die Landeszentrale für politische Bildung zu einem Wettbewerb geladen – Politiker gegen Kabarettisten. Das Motto des Abends „Wir reden uns um Kopf und Kragen“. Während das Publikum noch auf den Auftritt der Gladiatoren in der Arena wartete, blickten die einerseits respektvoll, anderes vollmundig auf den anstehenden Wettstreit.
O-Ton: Martin Berke, Kabarettist
O-Ton: Antje Hermenau, (B90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Sächs. Landtag
Was angesichts der Konkurrenz nicht leicht war. Wolfgang Schaller von der Herkuleskeule gehörte persönlich zur Phalanx der Kabarettisten. Der Direktor der Landeszentrale, Frank Richter, erläuterte zunächst die Spielregeln: 15 Minuten Redezeit für jeden – dabei außerdem: die Staatsminister a.D. Eva-Maria Stange und Heinz Eggert und: Peter Ensikat. Ein Wettbewerb, der ein klein wenig an die antike Kunst der Beredsamkeit anknüpfen wollte.
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für pol. Bildung
Die Reihenfolge war ausgelost – Vorhang auf für einige Kostproben; Ausschnitte aus den Reden, die beim Publikum nicht ohne Resonanz blieben:
O-Ton: Peter Ensikat, Kabarettist
O-Ton: Antje Hermenau, (B90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Sächs. Landtag
O-Ton: Wolfgang Schaller, Kabarettist
O-Ton: Eva-Maria Stange, (SPD), Staatsministerin a.D., MdL
O-Ton: Martin Berke, Kabarettist
O-Ton: Heinz Eggert, (CDU), Staatsminister a.D.
Zum besonderen Charme des ungewöhnlichen Abends gehörte die Bewertung der Duellanten. Nach dem Schlagabtausch bot die Pause noch kurz Gelegenheit, sich auf die anschließende Kritik einzustellen.
O-Ton: Heinz Eggert, (CDU), Staatsminister a.D.
O-Ton: Eva-Maria Stange, (SPD), Staatsministerin a.D., MdL
Fair, sachlich Richtig und witzig – das waren die Kriterien. Zunächst nahm Kommunikationswissenschaftler Prof. Wolfgang Donsbach eine Einschätzung der Auftritte vor.
O-Ton: Prof. Wolfgang Donsbach, Kommunikationswissenschaftler TU Dresden
Der Publizist Heiko Sill aus Potsdam wagte sich mit seiner Kritik ins Konkrete. Aber auch dabei stand die unterhaltsame – natürlich völlig ungerechte - Zuspitzung im Vordergrund:
O-Ton: Heiko Sill, Publizist, Potsdam
Ein eindeutiger Sieger wurde an diesem Abend in der Herkuleskeule nicht gekürt, olympisch hatte gewonnen, wer dabei war – und insbesondere das Publikum. Ein besonderes Lob aus der Jury gab es dann aber doch noch:
O-Ton: Heiko Sill, Publizist, Potsdam
Womit klar wurde, dass die öffentliche Kritik an Heinz Eggert ausschließlich kabarettistisch gemeint war.
Das bei einer Veranstaltung zur politischen Bildung auch das Publikum zu Wort kommt, versteht sich.
O-Töne Publikum
Eine nicht unwichtige Frage am Ende des Abends war natürlich auch, wie fühlen sich die Gladiatoren nach der Arena? Wie Politiker nach der Urne? Nein.
O-Ton: Heinz Eggert, (CDU), Staatsminister a.D.
O-Ton: Wolfgang Schaller, Kabarettist
Die Landeszentrale hat bewiesen: politische Bildung kann sehr unterhaltsam sein. Und der Abend hat darüber hinaus eines gezeigt:
O-Ton: Frank Richter, Direktor der Landeszentrale für Politische Bildung
O-Ton: Prof. Wolfgang Donsbach, Kommunikationswissenschaftler TU Dresden









